Sight-Check: Grabkapelle auf dem Württemberg

Aktualisiert: Aug 9

Wie Wilhelm I. von Württemberg die Liebe seines Lebens gipfelt


"Die Liebe höret nimmer auf"

Wie ein Stück Russland nach Württemberg kam

Ähnlich wie bei Königin Victoria und Albert von Sachen-Coburg und Gotha begann auch die Liebesgeschichte von Wilhelm I. von Württemberg und seiner Cousine Katharina Pawlowna innerhalb der Familie. Katharinas Mutter, die Zarin Maria Feodorowna war die zweite Frau von Zar Paul I. und gebürtige Württembergerin.


Bereits 1814 verliebte sich der Kronprinz Wilhelm und spätere König von Württemberg bei einem Besuch in Großbritannien in die russische Zarentochter.Ein Problem gab es der weil noch – Wilhelm war bereits verheiratet. Die Ehe zu seiner Frau Charlotte sollte bald darauf im gegenseitigen Einverständnis (die Ehe sei, wegen gegenseitiger Ablehnung, nicht vollzogen worden) und mit päpstlichen Dispens annulliert werden. Die zweite Ehe wurde 1816 während des Wiener Kongresses initiiert und bald in St. Petersburg besiegelt. Allerdings war es nicht nur die Zuneigung zueinander, welche die Heiratspläne real werden ließen. Wilhelm erhoffte sich durch die Allianz mit dem russischen Königshaus ein politische und monetäre Verbesserung für Württemberg. Charlotte heiratete im selben Jahr den österreichischen Kaiser Franz 1.


Am Todestag seines Vaters gebar Katharina die gemeinsame Tochter Marie Friederike Charlotte. Innerhalb eines Tages wurde er somit nicht nur Vater, sondern auch König von Württemberg.


Katharina engagierte sich vor allem für die verarmte Stuttgarter Bevölkerung, die unter dem Vulkan Ausbruch in Indonesien im Jahr 1815 stark litten. Das Jahr ohne Sommer ging wegen Missernten und Hungersnöten deshalb auch in die Geschichte ein.

Auf initiative Katharinas wurde die Gründung des Katharinenhospitals, der Württembergischen Landessparkasse und Wohlfahrtswerke veranlasst. Die Bevölkerung verehrten Katharina.


Der überraschende Tod im Jahr 1819, nur drei Jahre nach der Hochzeit, stürzte Wilhelm in tiefe Trauer. Vor allem auch deshalb, weil er sich für ihren Tod verantwortlich fühlte. Als Katharina ihren Mann in flagranti mit seiner Mätresse erwischte, fuhr sie in der offenen Kutsche zurück nach Stuttgart. Keine Woche später starb sie an den Folgen der zugezogenen Erkältung am 9. Januar 1819.


Die Grabkapelle

700 Jahre lang zierte die Stammburg des Hauses Württemberg den Rotenberg. Um Platz für das klassizistische Bauwerk zu schaffen, wurde die bestehenden Teile der Stammburg komplett abgetragen. Von 1820 an baute der Hofbaumeister Giovanni Salucci, der auch als Architekt des Stuttgarter Wilhelmspalais und des Schloss Rosensteins gilt, die Grabkapelle Katharinas.


Das 20 Meter hohe Bauwerk beeindruckt durch seine rund 24 Meter runde Kuppel. Da Katharina an ihrem russisch-orthodoxen Glauben auch nach der Hochzeit festhielt, wurde das Monument selbst als Gotteshaus errichtet. Noch heute finden jährliche Gedenkgottesdienste statt.


In der Krypta sind neben Katharina auch Wilhelm I. und die gemeinsamen Töchter Marie und Sophie bestattet.



Bekannt ist die Grabkapelle allerdings vor allem wegen seines beeindruckenden Schriftzug über dem Eingang. Dort steht in goldenen Lettern "Die Liebe höret nimmer auf".


Besuch den wohl romantischsten Ort des Ländles.


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