Die doppelten Lottchen der Sehenswürdigkeiten


Bei diesen 9 Sehenswürdigkeiten besteht dringender Plagiats-Verdacht.


Geschichte wiederholt sich also doch: diese 18 Bauwerke beweisen, dass auch Monumente nicht einzigartig sind.


So individuell und vielfältig die Geschichte auch sein mag, hat man doch den Eindruck, dass auch vor 200 Jahren schamlos geklaut wurde. Der Verdacht steht im Raum – nichts scheint einmalig zu sein. Oder aber es ist ein Hinweis darauf, dass sich guter Stil durchsetzt und eine ganze Epoche prägt. Wir werden es nie erfahren, erfreuen uns aber umso mehr an den doppelten Lottchen der Kulturgeschichte.




Der Tokyo Tower


1. Eiffelturm vs. Tokyo Tower

Beginnen wir mit einem der wohl bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Welt. Der Eiffelturm wurde im Jahr 1889 zur Weltausstellung in Pairs erbaut und sollte ursprünglich wieder abgebaut werden. Ganz zum Leidwesen der damaligen Bevölkerung blieb der eiserne Turm bestehen, und erblühte mit der Zeit zum romantischsten Spot der Welt. Da sollte man doch meinen, so ein Plätzchen sei außergwöhnlich und einmalig. Um nicht um die ganze Welt fliegen zu müssen, dachten sich die Japaner „so einen brauchen wir auch“ und erbauten kurzerhand 1958 einen Funkturm der dem Eiffelturm mehr als ähnlich sieht. Einzig die rote Farbe lässt den Unterschied erkennen.


Die Freiheitsstatue von Paris


2. Freiheitsstatue von New York vs. Freiheitsstatuen von Paris

Jeder kennt die berühmte Freiheitsstatue von New York, das beeindruckende Monument eines freien Amerikas. Was jedoch kaum einer weiß – die Freiheiststatue war 1886 ein Geschenk der Franzosen zur Unabhängigkeit Amerikas. Heute noch stehen fünf Freiheitsstatuen im gesamten Pariser Stadtraum. Die wohl Berühmteste ist die auf einer kleinen Insel in der Seine, Île aux Cygnes gelegene, die der Stadt 1889 von Pariser Auswanderern geschenkt wurde.



Das Schloss Herrenchiemsee


3. Schloss Versailles vs. Schloss Herrenchiemsee

Das im 17. Jahrhundert errichtete Schloss Versailles ist wohl das Prunkvollste, was Frankreich zu bieten hat. Mit seinen über 1.800 Räumen und (nach heutiger Rechnung) Baukosten in Höhe von über 100 Millionen €, ist es an Extravaganz kaum zu überbieten. Gleich und gleich gesellt sich gerne, das dachte sich Ludwig II. König von Bayern und kopierte das Schloss seines Namensvetters ins bayrische Chiemgau. Das Schloss Herrenchiemsee war eines der letzten großen Bauvorhaben des Märchenkönigs, bevor er im Jahr 1886 verstarb. Danach wurde der Bau fast vollständig eingestellt. Einen Besuch ist es allemal wert.



Das Parlamentsgebäude in Budapest


4. Westminster Palace vs. Parlamentsgebäude Budapest

Das neogotische Gebäude wurde zwischen 1840 und 1870 errichtet und gilt heute als Weltkulturerbe. Schon vor mehr als 1.000 Jahren zierte an dieser Stelle an der Themse eine Residenz, die von König Knut genutzt wurde. Nachdem das Gebäude mehrere Male in Flammen stand und im Jahr 1834 ein Großteil zerstört wurde, kam der Wunsch eines Neubaus auf. Heute ist es vom Stadtbild gar nicht mehr weg zudenken. Ein Parlamentsgebäude an einem Fluss – was für eine brilliante Idee. So oder so ähnlich muss die Entscheidung der Ungarn gefallen sein, die kurzerhand das Gebäude 1885 kopierten. Das neogotische Parlamentsgebäude findet man in Budapest direkt an der Donau.



5. Big Ben vs. Albert Memorial Clock Tower

Weiter gehts mit dem berühmtesten Glockenturm der Welt, dem Big Ben. Seit mehr als 150 Jahren ziert der Turm das britische Parlamentsgebäude. Eigentlich bezeichnet der Name „Big Ben“ nur die knapp 14 Tonnen schwere Glocke des Uhrturms. Trotzdem hat sich der Namen gehalten.

Einzigartig scheint er dagegen nicht zu sein. In Belfast findet sich ein Glockenturm, der umgangssprachlich Little Big Ben genannt wird. Der eigentliche Name des Turms „Albert Memorial Clock Tower“ bezieht sich auf den Ehemann Königin Victorias, zu dessen Gedenken der Turm im nordirischen Belfast errichtet wurde. Witzig ist vor allem, dass der Turm sich durch eine Fehlkonstruktion mit den Jahren leicht geneigt hat. Die Belfaster nennen ihn deshalb liebevoll „Belfasts schiefer Turm von Pisa“.




Die St. Nikolai Kirche in Potsdam


6. St. Pauls Cathedral in London vs. St. Nikolai Kirche in Potsdam

Jedes Problem birgt doch eine Herausforderung, die es zu meistern gilt. Als nach dem großen Brand von London im Jahre 1666 große Teile der Innenstadt nahezu vollständig zerstört waren, galt es, einen besonnen Plan zu fassen, der den Aufbau vorantreiben sollte. Federführend bei der Gestaltung der heutigen Stadtplanung war der damals 34-jährige Christopher Wren. Eines seiner bekanntesten architektonischen Leistungen war die St Paul’s Cathedral. Im klassizistischen Barock Stil erbaut, hat sie eine Höhe von 365 Fuss (111 Meter). Die Zahl 365 soll dabei die Tage innerhalb eines Jahres symbolisieren. Und auch bei der St. Nikolai Kirche in Potsdam war es ein Brand, der den Weg zum Neubau ebnete. Mit den Plänen von Karl Friedrich Schinkel wurde die Kirche über 150 Jahre nach der St. Pauls Cathedral fertig gestellt. Die Gemeinsamkeiten sind unverkennbar.



Die Mont Saint Michel in Frankreich


7. Mont Saint Michel in Frankreich und St. Michael’s Mount in Cornwall

Weiter gehts an die Küsten Frankreichs und Englands. Eines der größten Bauvorhaben, das über 500 Jahre dauern sollte, begann im 11. Jahrhundert auf einer Insel vor der Küste der Normandie. Der Bau des Klosters Mont-Saint-Michel, wurde immer wieder von Kriegen unterbrochen, bevor die Abtei im 16. Jahrhundert fertiggestellt wurde. Bereits im Mittelalter wurde das Kloster im Meer als „Wunder“ bezeichnet. Und auch heute zählt auch sie zu den UNESCO Weltkulturerben. Weniger bekannt hingegen ist St. Michael’s Mount im cornishen Penzance. Man vermutet, dass bereits im 12 Jahrhundert ein Kloster auf der Insel bestanden hat. Eduard der Bekenner schenkte St. Michael’s Mount jedoch an den Benediktinerorden von Mont-Saint-Michel. Die Ähnlichkeit der beiden Insel-Klöster könnte damit zusammenhängen. Heute ist es jedoch ein Schloss und kann besichtig werden.



Die Ponte 25 de Abril in Lissabon


8. Golden Gate Bridge in San Francisco vs. Ponte 25 de Abril in Lissabon

Die 1937 eröffnete Golden Gate Bridge gilt für viele als das Synonym der USA. die knallrote Brücke ist nicht nur beeindruckend, sondern auch eines der „modernen Weltwunder“. Den Namen erhielt sie aufgrund der Bucht, die den selben Namen trägt. Diese hatte ihn 1848 durch den kalifornischen Goldrausch erhalten. Nicht weniger beeindruckend ist die Brücke die über den Fluss Tejo nach Lissabon führt. Die Brücke wurde im Jahr 1966 feierlich eingeweiht und ziert seither die Einfahrt in die portugiesische Hauptstadt.



Cristo Rei in Lissabon


9. Cristo Redentor in Rio de Janeiro vs. Cristo Rei in Lissabon

Bleiben wir doch gleich in Lissabon. Direkt vor der Brücke „ Ponte 25 de Abril“ befindet sich die Jesusstatue Cristo Rei, die über die portugiesische Hauptstadt blickt. Mit bester Aussicht über die iberische Halbinsel lockt die Statue vor allem viele Pilger an. Sie zählt als 7. höchste Christusstatue der Welt. Dennoch ist sie nur eine Kopie der berühmten Christusstatue von Rio de Janeiro. Diese ist nicht nur größer sondern wurde auch 9 Jahre vorher fertig gestellt. Eigentlich war die Eröffnung der Christusstatue in Rio de Janeiro zur 100-jährigen Unabhängigkeit von Portugal geplant. Dennoch konnte die Statue erst 1931 eröffnet werden. Heute jedoch gilt sie als die bekannteste Christusstatue der Welt und gehört zum UNESCO Weltkulturerbe.





Welche Sehenswürdigkeiten kennst du, die noch nicht auf der Liste stehen? Lass mir gerne eine Kommentar da.




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